Wir stehen immer wieder vor einem Berg an Möglichkeiten und sollen eine Auswahl treffen - Nein, ein Berg wäre ja einfach - Wir stehen vor mehreren Bergen, mehreren Systemen, jedes mit einer riesigen Anzahl an Features.
Und wir müssen eine Auswahl treffen
Eine Auswahl, die uns über Monate oder Jahre binden wird
Ein konkretes Beispiel
Alle paar Ewigkeiten ist mal wieder das Auto zu tauschen, und schon steht man vor einer riesigen Fülle an Möglichkeiten:
- Antriebsart
- Kapazität (Tank oder Akku)
- Power
- Sitzheizungen
- Klimazonen
- Infotainment und Handy-Verbindung
- Handling
- Stauraum
- Komfort für Fahrer
- Komfort für Beifahrer
- Komfort für die Rückbank
- Wartungskosten
- Kaufpreis
- Laufende Kosten (Treibstoff/Strom, Service, Versicherung)
Das Ganze ist dann noch multipliziert mit einer Vielzahl von Anbietern, wie soll man da nur eine Entscheidung treffen?
Ganz ehrlich, für mich ist ein Auto ein Transportmittel, und damit hat es drei Aufgaben:
- Es soll funktionieren
- Es soll preiswert sein
- Es soll mir nicht zu sehr auf die Nerven gehen
Beim letzten Neukauf daher eine einfache Lösung: wir klopfen alle Entscheidungsdimensionen auf eine hinunter: Kosten.
Heraus kommt dann so etwas, einer der guten Einsatzzwecke für Excel:
| Feature | Auto A | Auto B | Auto C |
|---|---|---|---|
| Sitzheizung | 500,- | 0,- | 0,- |
| Klimazonen | 1.000,- | 0,- | 0,- |
| Plus 100 Liter Stauraum | 0,- | 2.000,- | 1.000,- |
| Aktiver Transponderschlüssel und keine Karte die ich rausnehmen und ans Auto halten muss | 0,- | 5.000,- | 0,- |
| Keine spiegelnden Flächen im Innenraum | 1.300,- | 0,- | 1.300,- |
| Auto kann unversperrt abgestellt werden | 0,- | 2.000,- | 0,- |
| Summe | 2.800,- | 9.000,- | 2.300,- |
Autos die in ihrem Paket ein Feature schon haben, bekommen Null Zusatzkosten.
Andernfalls kommen dort entweder die Kosten für Zusatzpakete rein, oder aber gefühlte Kosten.
Die sind sozusagen das Schmerzensgeld dafür, dass ein Feature fehlt, oder anders gesagt: was wäre ich bereit, für ein solches Feature zu bezahlen (und ich würde mich gern mal mit dem Genie unterhalten, das Autos entwirft die nur per NFC-Karte oder -App zu entsperren sind).
Eine allgemeine Methode
Wir denken, dieses Verfahren eignet sich für jede Auswahl zwischen Systemen mit umfangreichen, nur teilweise überlappenden Featuresets. Im kommerziellen Umfeld hat man sogar den Vorteil, dass sich die gefühlten Kosten oft aus Personalstunden herleiten lassen, was die Genauigkeit verbessern dürfte.
Variable Kostenanteile, wie etwa
- Treibstoff/Strom pro Kilometer oder
- Lizenzkosten pro Teilnehmende:r, oder
- Kosten pro Zugriff
lassen sich hier durchaus auch noch integrieren.
Damit haben wir nicht nur eine einfache Auswahlmethode für Autos, sondern auch für Haushaltsgeräte, oder Systeme zur Bildungsverwaltung.
Und damit das nicht nur für uns, sondern auch für euch leichter umsetzbar ist, gibt es hier die ganze Rechenmethode als Berechnungsblatt.
